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ZWISCHEN VERSCHIEDENEN HIMMELN 
STANDBILDER VON FRIEDEL KANTAUT
2007/2008 
 
In der Karibik sind Sonnenuntergange Kitsch, in Berlin Gerechtigkeit 
„Zwischen Wänden, die Dich erdrücken, und einem Himmel, der verborgen ist, trittst Du hinaus auf die Straße, dass man Dich nicht vergisst."
( Horst Kantaut 2003)

Fotografie ist immer Inszenierung. Ich inszeniere die Stadt als Kulisse, in der Menschen improvisieren. Es entstehen Standbilder von Szenen, die nach vorne und hinten offen sind, geronnene Himmel.

Die Inszenierung als einzig mögliche Annäherung an Wirklichkeit. 
Verschorfte Himmel. Krankheit ist der Preis für meine Heilung. 
Berlin 17.08.2007

Die Bilder werden angegebener Reihenfolge als durchlaufendes Band in den Ausstellungsräumen, durch Tagebuchaufzeichnungen ergänzt (siehe Beispieltext unten), gehängt. Die Größe der Arbeiten ergibt sich aus der Größe des Raumes. Technik ist digitale Fotografie. Das digitale Rauschen verweist auf die Instabilität der Bilder. Das letzte Aufglühen der Information vor dem Zerfall des Mediums. 
Dieses Projekt ist noch nicht ausgestellt worden.

Als Schute wird ein kleines, flaches Schiff, meist ohne eigenen Antrieb und ohne Takelage bezeichnet.

Berlin 03.08.2007

Die Mücke landet auf seinem Knie. Fach sieht ihr bei dem Versuch zu, ihren Rüssel durch das Gewebe der Hose in sein Bein zu stoßen, um an sein Blut zu kommen. Der Stoff ist zu dick. Entspannt geniest er diesen Sieg der Zivilisation. Seine Begleiterin erzählt von Inseln, auf denen das Betreten jedes Strandes kostet. „Und dann habe ich die Strandkartenverkäuferin gefragt: Wem gehört denn das Meer.'

Die Sonne brennt zwischen einem Versicherungshochhaus und den Aufbauten der Hausboote „Frohsinn' und „Heiterkeit', auf denen sich im Gegenlicht müde Musiker für die Nacht dopen. Warum denkt Fach an Krabbenbrötchen.

Wie Du hier her kommst. Du fährst mit der S-Bahn bis Treptower Park, gehst in Fahrtrichtung die Treppe runter und stehst in einem Quertunnel vor einer gekachelten Wand. „Haste mal ein paar Cent.' Der auf einer Decke auf dem Steinfußboden vor dir scheint hier festzusitzen. Neben ihm ein zusammengerollter schwarzer Haufen Hund, vor ihm steht eine kleine afrikanische Trommel als Sockel der Schale für deine Kollekte. Du zahlst für die Wahl, ob Du nach links oder rechts gehst.

Rechts ist Alltag. Vor der Station reihen sich internationale Bierbuden, die Illusion der Welt durch 
multikulturelles Fastfood. Basar von nicht gelebten Geschichten, Second - Hand - Glückseligkeiten, zu lauten Beteuerungen, Dumpfheit und Rausch, dahinter die Straße. 
Du gehst nach links.

Die Mücke bohrt immer noch erfolglos nach Blut. Fach bewundert ihre Beharrlichkeit.

Wieviel verschwendete Zeit in dem kurzen Leben des Insektes. Wasser und Worte plätschern. Zeit.

Ein Schwan nähert sich. Nicht echt. Tot. Sicher perfekt präpariert. Er ahnt die Silhouette des Tauchers im trüben Wasser, der das tote Tier durch den alten Fluss bewegt. Vom Ufer bewerfen Kinder den Schwan mit Brot . G7. Treffer und versenkt. Fach denkt darüber nach, die Stadt zu fluten.

Links ist Freizeit. Die Lebenshaltungskosten steigen um dreißig Prozent. Grünanlagen. Walker, Skater, Blader, Hunde, Kinder. Entblößtes Fleisch für den Sonnengott. Hautschutzfaktor Null ist Fundamentalismus. 
Dahinter der Fluss.

Wenn Du an der Anlegestelle für die Ausflugsdampfer, dann an den Hausbooten „Frohsinn' und „Heiterkeit" und an dem gestorbenen Schwan vorbei bist, liegt ein Lastkahn im Wasser. Auf dem von der Zeit gedengeltem, rostigen Bug steht „Schute 22".

An Bord erhebt sich Fach und sagt:"Schön, das Du da bist." 
Eine S-Bahn fährt durchs Bild.

Die Mücke landet auf seinem Knie. Fach sieht ihr bei dem Versuch zu,...... 

 

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una iniziativa della Associazione Culturale Chronos a ROMA
Kulturverein Chronos - www.chronosroma.eu