|
„Den Versuch machen, aus Unsäglichem zu lernen“ - mit diesen Worten von Willy Brandt eröffnete Osnabrücks Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler die Ausstellung „Installation für den Augustaschacht - Gedenkstätte im Aufbau“.
Das Gebäude diente der Gestapo im Dritten Reich als Arbeitserziehungslager, in dem insgesamt rund 2000 Insassen aus den Niederlanden, aus Frankreich, Polen, Russland oder der Slowakei untergebracht waren. Durch Schwerstarbeit, katastrophale hygienische Bedingungen, schlechte Ernährung und nicht zuletzt durch die Brutalität der Aufseher verloren viele dort ihr Leben.
Im Rahmen der am Wochenende eröffneten „Arte Regionale III“ zeigen die beiden Künstler Hiltrud Schäfer und Volker-Johannes Trieb ihre Werke zum Thema „Nationalsozialismus“. Die Künstlerin, die auf einer Studienreise die japanische Papierschöpftechnik erlernte, schuf circa 2000 Papierfiguren, die sie in den geschichtsträchtigen Räumen anbrachte.
Durch das Licht der Taschenlampen, mit denen die Besucher ausgestattet werden und dem fehlenden Tageslicht im Gebäude, erscheinen die Figuren wie Schatten aus der Vergangenheit. Das Leiden der Vielzahl an Zwangsarbeitern, die im Augustaschachtgebäude untergebracht waren, soll deutlich zum Ausdruck kommen.
Volker-Johannes Triebs Mahnmal „Unterbrechung der Erinnerung“ zeigt einen oberflächig verbrannten Buchenstamm, der von Stahl durchbohrt wird. Dieser will an das unvorstellbare Grauen gedenken lassen, welches die Menschen dort zu erleiden hatten. Michael Gander, der Vorsitzende der Initiative Augustaschacht Ohrbeck, möchte einen Raum für Begegnungen schaffen. Durch die immer seltener werdenden Zeitzeugen des Dritten Reiches muss nach seiner Auffassung eine neue Möglichkeit geschaffen werden, den jüngeren Generationen von den damaligen Grausamkeiten zu berichten. Kunst und Geschichte sei hier eine gelungene Metamorphose, so Gander. Die Ausstellung „Installationen für den Augustaschaft“ ist jeweils sonntags von 11-17 Uhr bis zum 24. August in Ohrbeck zu besichtigen.
|