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Seit 100 Jahren steht das Gebäude der Martinusschule an der Bismarckstraße. Zahlreiche An- und Umbauten dokumentieren die immer neuen Erfordernisse an die katholische Grundschule. Ein festlicher Gottesdienst hat den Rahmen für eine Projektwoche gegeben.
"Unser Ziel war es, zusammen mit den Kindern den Schulgeburtstag auf eine ganz besondere Art zu feiern", erläuterte Rektor Hermann Heeger die Idee, in Zusammenarbeit mit drei Künstlern vielfältige Projekte zu schaffen. "Ich male dich, und du malst mich" war das Motto der vom Maler und Holzbildhauer Wilfried Bohne geleiteten Aktion "Partnerporträt".
Großformatig malten die Kinder ihr Gegenüber auf stabile Leinwände. Jeweils altersgemischte Gruppen mit zugelosten Partnern machten sich eifrig ans Werk. "Die Kinder sollen miteinander ins Gespräch kommen, sich über Hobbys und Vorlieben austauschen, um sich ein umfassendes Bild machen zu können", sagte Bohne.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Seit gestern begrüßen 150 Kinderporträts jeden Besucher. Besonders die Eltern hatten beim Tag der offenen Tür Spaß daran, ihren Sprössling in der Flurgalerie herauszusuchen.
"Stell dich nach draußen zum Trocknen", lautete der einfache Rat für einen ziemlich durchnässten Erstklässler. Papierschöpfen ist nun einmal eine feuchte Angelegenheit. Das herrliche Wetter erlaubte der freischaffenden Künstlerin Hiltrud Schäfer, großzügig zu arbeiten.
Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Papierherstellung ging es ans Werk. Rote, grüne, gelbe, blaue und naturfarbene Papierbreie, in wochenlanger Vorarbeit selbst hergestellt, warteten auf die kreative Bearbeitung durch die Kinder. Aus den gepressten und getrockneten Papieren erwuchs ein wundersamer Blätterwald, als die Stückchen schließlich senkrecht auf Metallstangen aufgespießt in der Pausenhalle standen.
Neben Einzelprojekten wie der Gestaltung von Vorhangflächen mit Seidenpapier oder dem Entwurf von Mini-Trickfilmen am Computer gab es in jeder Klasse eigene Angebote. Farbig gestaltete Geburtstagsstühle fanden ebenso große Bewunderung wie die mit Fara und Fu bemalten Riesentürstopper. Skulpturen aus Pappmaschee nach dem farbenfrohen Vorbild von Niki de Saint Phalle schienen, gemütlich sitzend, den Trubel um sich herum zu genießen.
Gleichzeitig Improvisation und Zusammenspiel war beim Ohrenprojekt gefragt. Eben noch Färbeeimer zum Batiken, nur wenige Augenblicke später Trommel in dem von Olli Borg geleiteten Orchester. Regentonnen, Rasseln, Ratschen und eine Vielzahl von Schlaginstrumenten erklangen zur Eröffnung des Präsentationsnachmittages im dynamischen Samba-Rhythmus. Bramsches zurzeit größte Musikgruppe sorgte bei hochsommerlichen Temperaturen für einen weiteren eindrucksvollen Höhepunkt der Projektwoche.
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