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Was hat denn Hinrich van Hülsens Werk "Der Rasen ist gut" zu bedeuten: Ist es tatsächlich Malerei in der Tradition der Präraffaeliten? Kann der Betrachter dalieske Zitate entdecken? Oder handelt es sich, wie es Alfred Cordes formulierte, um ein Gemälde, das "nichts weiter als witzig und gut gemalt ist"?
"Ein paar Engelchen kicken in einer Jubilierpause", das sei der Bildinhalt, sagte der Schriftsteller nicht ohne Augenzwinkern, denn mit seinen Worten setzte er einen humorigen Kontrapunkt zu vielen bierernsten Vernissage-Reden, die kunsthistorisch-interpretatorisch die Exponate urteilen. Cordes' Rede passte gut zu der oft ironischen Art, mit der die Mitglieder der Künstlergruppe Melpomene an ihre Kunst und ihre Motive herangehen.
Zur Eröffnung ihrer traditionellen Jahresschau hatte die Gruppe in die Galerie im Joducus geladen. Hier, wo die Idee zur Gründung der Vereinigung unter dem Titel "Schule des Skurealismus" geboren wurde und wo im Dezember 1993 auch die erste Ausstellung mit Werken der sechs Mitglieder gezeigt wurde, sind jetzt 44 Bilder von Axel Gundrum, Thomas Johannsmeier, Hinrich van Hülsen, Thomas Bühler und Robert Meyer zu sehen. Das sechste Melpomene-Mitglied, Mukthar Hussein, ist nicht vertreten, da dieser momentan "eine Auszeit" nimmt.
Da präsentiert van Hülsen seine skurril-realistischen Werke, die Renaissance-Motive in die Neuzeit katapultieren. Axel Gundrum ist mit diversen Porträts vertreten, gemalt und gezeichnet in bekannt radikaler Manier. Mit dem ?uvre des Spaniers Velasquez setzt sich Thomas Johannsmeier auseinander. So zitiert er in seinem Mischtecknik-Bild "Die Erwartung" zwei Randfiguren aus dem Velasquez-Bild "Die Schmiede des Vulkan" und verfremdet den Ausschnitt, indem er das Antlitz eines Jünglings grell schminkte - wie ein Hooligan in einem französischen Fußballstadion.
Robert Meyer porträtierte den Boxer "Danny" und lässt den monströsen Mann "auf der Parkbank" sein zweifelhaftes Spiel mit einem Spatzen treiben. Thomas Bühler trägt unter anderem mit karikaturesken Tuschezeichnungen, die beispielsweise das klassische Thema Samson und Delilah aufgreifen, zur Ausstellung bei.
Galerie im Joducus, Kommenderiestraße 116: Jahresausstellung der Künstlergruppe Melpomene. Werke von Axel Gundrum, Thomas Johannsmeier, Hinrich van Hülsen, Thomas Bühler und Robert Meyer. Bis 25. Februar 2006, Di.-So. (im Dezember auch montags) ab 17.30 Uhr.
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