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Langsam tastet das Auge die Zeichnung ab, sieht Striche, die sich zu kleinsten grauen Flächen ansammeln, und zwei lange, weiße Flächen, die sich über das Blatt ziehen. Eine Baumrinde? Oder doch eher zwei Baumstämme? Weder noch. Doch um schnell erkennbaren Realismus geht es Patrick Voigt auch gar nicht.
Entstanden sind die Zeichnungen im alten Osnabrücker Güterbahnhof. Sie sind derzeit mit einem Kurzfilm in der Galerie Weissfaktor zu sehen. Unter dem Titel "chute" (Schacht) gehört die Ausstellung zu den zehn Außenobjekten der arte regionale IV. Der junge Künstler hat Ausschnitte dieser Umgebung für seine Zeichnungen ausgewählt. Moos und Pilze, die sich im Laufe der Zeit ihren Platz erobert haben, haben als verfremdete graue Flächen Eingang in die Zeichnungen gefunden.
Immer wieder hat Voigt seine Zeichnungen von neuem gemalt, hat Licht und Schatten neu gesetzt. "Die Zeichnungen müssen sich selbst gestalten, sich immer wieder öffnen", beschreibt Voigt diesen Prozess. So löse sich das Ganze allmählich von den bekannten Formen, die konkrete Vorgabe wandle sich ins Abstrakte.
Deutlich zu erkennen ist die Korrespondenz zwischen den Zeichnungen und dem Kurzfilm "22 Quadrat", in dem Voigt seine filmischen Eindrücke des Güterbahnhofs zusammengeschnitten habe. Der Ort, der mitten in der Stadt so autonom und verlassen sei, habe ein beklemmendes Gefühl in ihm ausgelöst, sagt Voigt. Ursprünglich habe es ein Drehbuch für den Film gegeben. Doch das habe er weggeschmissen und den Ort für sich sprechen lassen.
Der 1977 geborene Patrick Voigt ist einer der jüngsten Künstler der arte regionale. Derzeit beendet er noch sein Studium an der HAW Hamburg. Doch Grafikdesigner wolle er auf keinen Fall werden, sagt Voigt. Er will als freier Künstler arbeiten. Ziele für die Zukunft: Er könnte sich vorstellen, statt seiner bereits auf Striche reduzierten Zeichnungen Radierungen zu machen. Oder riesige Wandzeichnungen.
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