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Osnabrück, 05.06.2008

New York ist kleidsam
Von Anne Reinert


 

Architektur aus der amerikanischen Riesenstadt New York bannt Patricia Mersinger auf ihre Fotografien. Diese Motive inspirieren sie dann zu Kleidungsstücken, auf denen Gebäude zum Dekor werden. Eine Austellung in der Galerie Martini 50 zeigt jetzt beides: Fotoarbeiten und die dazu passende Mode.

Drei Häute habe der Mensch, stellte der Künstler Friedensreich Hundertwasser einmal fest: seine natürliche Haut, die Kleidung und das Haus, in dem er lebe. Alle drei schützenden Hüllen verbindet Patricia Mersinger in ihrer Ausstellung „Lebensgefühl New York“, die jetzt im Martini 50 zu sehen ist.

Wie ein Spinnennetz sieht das Muster auf dem Kleid auf den ersten Blick aus. Doch bei näherem Hinsehen und nach dem Vergleich mit dem danebenhängenden Foto, das dasselbe Motiv zeigt, entpuppt es sich als Kuppel des Guggenheimmuseums. Auf Patricia Mersingers Stoffen werden architektonische Strukturen nahezu zum abstrakten Muster.

Da ist der Blick vom Empire State Building auf das Meer aus Hochhäusern in New York oder die Brücke, deren Verstrebungen alle auf den Fluchtpunkt Pfeiler hinlaufen. Aus solchen Motiven macht Patricia Mersinger Stoffe. Wenn sie Fotos von Gebäuden mache, sehe sie darin bereits Strukturen und Formen, sagt die Künstlerin, die im Hauptberuf als Stadtentwicklerin arbeitet.

Alle Fotos ihrer Ausstellung hat sie bei einem einwöchigen Aufenthalt in New York 2005 gemacht. „Als ich wiederkam, war ich voll mit Fotos und Mode“, berichtet sie.

Die amerikanische Ostküstenstadt habe sie wegen ihrer Vielfältigkeit beeindruckt. „Da kann ein Geschäft von Stella McCartney sein, und gleich um die Ecke ist es total verwahrlost“, beschreibt sie die Metropole.

In ihrer Ausstellung ist nun beides zu sehen: die Fotos aus New York, die sie am Computer überarbeitet hat, und die Kleider, die aus den Motiven entstanden sind. Wenn Kleidung und Bilder nebeneinanderhängen, sind die Motive auf den Stoffen leicht zu erkennen.

Das ist besonders bei den bunten Stoffen so. Bei den Kleidern und Röcken in Schwarz-Weiß ist dagegen schon genaueres Hinsehen nötig, so verwandelt erscheinen die Motive auf einmal.

Bei Patricia Mersinger kommen die drei Häute also zusammen: die Architektur, die Kleidung und die Haut, die sie schützen und wärmen soll.

Der Architekturaspekt wird bei der Finissage der Ausstellung noch einmal besonders zur Sprache kommen. Dann hält der Architekt und Art Director Paul van der Meer aus dem niederländischen Amstelveen einen Vortrag.
 

 

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