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Osnabrück, 10.01.2009 
 
Kunst in der Box
Von Tom Bullmann


Innovatives Konzept, um Künstlern ein Forum zu verschaffen: 
Peter Lüssenheide vor einer seiner Artboxen. 
Foto: Martens

 

144 Kunstwerke von 18 Künstlern in einer Galerie an acht Tagen: Was heute in der Stadtgalerie startet, riecht zwar nach Rekordversuch, ist aber ein engagiertes Projekt, um die hiesige Kunstszene neu zu präsentieren.

OPS ist die Abkürzung für „One Picture Show“. Hinter dem Namen verbirgt sich ein einfaches, aber wirkungsvolles Konzept, das der freie Kulturmacher Peter Lüssenheide entwickelte. Er baut Holzkästen, nennt sie Artboxen und bestückt sie mit drei Elementen: einem Originalbild, einer kurzen Info über den jeweiligen Künstler sowie einem kleinen Bildschirm, auf dem eine Diashow 30 weitere Werke des Künstlers zeigt. 18 Künstler wählte Lüssenheide für den Auftakt des Projekts aus, die jetzt mit einer Box in der Stadtgalerie vertreten sind.
Überwiegend handelt es sich bei den Teilnehmern um Vertreter der Osnabrücker Kunstszene, aber auch um Kunstschaffende aus Italien, England und der Schweiz. Denn Internationalismus ist eines der wichtigsten Ziele für den in Osnabrück geborenen und in Rom lebenden Kunstaktivisten. „Wenn wir in einer Woche die Boxen in der Stadtgalerie abhängen, werden sie an vielen Standorten der Stadt, zum Beispiel in Geschäften wie Buchhandlungen, in gastronomischen Einrichtungen oder aber in der Stadtbibliothek wieder auftauchen. Aber es werden auch andere Kunstorte, zum Beispiel in Offenburg, Rom, Florenz, in der niederländischen Partnergemeinde Haarlem oder in Aalst bei Brüssel mit den Artboxen bestückt“, erklärt Lüssenheide. Mit insgesamt 13 europäischen Städten verhandelt er, unter anderem will er auch Kooperationspartner in den Partnerstädten Osnabrücks für den Austausch gewinnen. Bei den auswärtigen Präsentationen soll mindestens die Hälfte der teilnehmenden Künstler aus der Region Osnabrück stammen.

Mehr als ein Jahr arbeitete Lüssenheide an OPS. 300 Künstler besuchte er in ihren Ateliers; darüber hinaus kontaktierte er Kunst- und Kulturinstitutionen, Vereine und Künstlergemeinschaften. „Es handelt sich im Grunde um eine groß angelegte Suche nach dem Potenzial der hiesigen Kunstszene. Außerdem bietet sich die Möglichkeit einer Netzwerkbildung, auch im internationalen Kontext“, meint der Osnabrücker Künstler Thomas Johannsmeier, der sich an dem Projekt beteiligt.

Das Besondere an der einwöchigen Show in der Stadtgalerie: Jeden Tag um 18 Uhr werden die Originalkunstwerke aus den Bereichen Malerei, Grafik, Objektkunst und Fotografie ausgetauscht, sodass Besucher täglich neue Exponate zu sehen bekommen und mit bis zu 18 Künstlern in Kontakt treten können. 

 

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