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Unter dem Titel „Menschenbilder" sind in der St. Katharinenkirche sechs „Stationen"
zu sehen, die so über den Kirchenraum verteilt sind, dass die Besucher den Raum
umschreiten müssen.
Die Installationen zeigen verschiede Aspekte des Themas: der Mensch in seiner
Vielfalt, Gewaltbereitschaft, Verletzlichkeit, Sterblichkeit etc. Der Betrachter wird mit
existentiellen Fragen konfrontiert und zum Innehalten und Verweilen aufgefordert.
Papiere verschiedner Art, meistens selbst geschöpfte Pflanzenpapiere, sind in den
Installationen das Arbeitsmaterial. Eine Eigenart des Pflanzenmaterials, aus dem das
Papier hergestellt wird, ist es, von Natur aus zum Verfall bestimmt zu sein. Im Papier
werden die Spuren sichtbar, die die Zeit hinterlässt, d.h. im Material selbst ist
Erinnerung gespeichert, auch die Vergänglichkeit.
Das Organische der Pflanzen, das zugleich auch als ein Symbol des Lebens und
Wachstums- prozesses betrachtet werden kann, geht mit dem Kunstobjekt sowohl
formal als auch inhaltlich eine untrennbare Verbindung ein. Der Alterungsprozess der
Arbeiten, die eines Tages auch wieder zerfallen werden, ist nicht nur ein äußerliches
Phänomen, das man so akzeptieren muss, sondern gleichzeitig von inhaltlicher
Aussagekraft.
Trotz aller Deutungsversuche entziehen sich die Kunstwerke einer eindeutigen
Erklärung. Sie sollen Blickwinkel und Gedankengänge eröffnen, sie sind als
Einladung zum genauen Hinschauen, zum Fabulieren, Formulieren und Assoziieren
gedacht.
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