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Seit nunmehr fast 30 Jahren ist Papier ein eigenwertiger Werkstoff zur Fertigung
von Kunstwerken. Papier ist ein flexibler Stoff, der vom Künstler selbst
hergestellt und nach seinen eigenen Materialvorstellungen von Grund auf gestaltet
werden kann. Dadurch unterscheidet sich Papier von allen anderen künstlerischen Werkstoffen.
Papier also - handgeschöpftes Papier aus Pflanzenfasern - inzwischen vom
Informations- und Bildträger zum autonomen künstlerischen Medium geworden - ist
auch das Material, aus dem die Künstlerin Hiltrud Schäfer ihre Objekte und
Installationen kreiert. Je nach Beschaffenheit der handgeschöpften Pflanzenpapiere
- robust oder zart, transparent oder kompakt, glatt oder rauh - sollen die
Kunstwerke Botschaften transportieren wie Vergänglichkeit, Fragilität, Leichtigkeit,
Erdhaftigkeit und Robustheit.
All diese Eigenschaften werden schon beim Herstellungsprozeß des Schöpfens durch Eingriffe der Künstlerin dem Papier beigegeben, aber erst im Objekt evident.
So ist der Entstehungsprozeß untrennbarer Bestandteil des gefertigten Werkes.
Der Zyklus des Wachsens, des Bearbeitens und der künstlerischen
Transformation soll in den Installationen und Objekten sichtbar und faßbar gemacht werden.
Im Werk von Frau Schäfer wird das aus verschiedenen Pflanzen hergestellte handgeschöpfte Papier zum objekthaften Artefakt, das nicht zuletzt die
Erinnerung an vergangene Zeiten und Kulturen evoziert. Sie versteht es, mit ihren
Einzelarbeiten und in jüngster Zeit insbesondere mit ihren Installationen das
Spannungsverhältnis zwischen Geburt und Leben, zwischen Vergehen und Tod als
eines der großen Themen der Kunstgeschichte künstlerisch und ästhetisch
überzeugend in eine aktuelle Bildsprache zu übertragen. Die fruchtbare
Auseinandersetzung mit neuen Techniken - wie zuletzt die Beschäftigung mit japanischem
Papier - verleiht dem Werk dabei immer wieder neue und überraschende Impulse.
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